In New Plymouth gibt es vor allen Dingen eine Attraktion: den Mount Taranaki (2518 Meter). Ein Vulkankegel mit einem Muetzchen aus Schnee. Von der Stadt aus eigentlich gut zu sehen, wenn es nicht regnen wuerde. Aber das tut es. Und zwar den ganzen Tag :-(
Also beschliesse ich, am naechsten Tag extra frueh aufzustehen, in der Hoffnung, zumindest noch einen Blick auf den Berg zu erhaschen, bevor's mit dem Bus weitergeht. Diesmal ist er in Wolken gehuellt und ich seh wieder nichts. Umsonst frueh aufgestanden, denke ich.
Dann komme ich zufaellig mit einem aelteren Mann ins Gespraech. Er ist ein Maori, fast wie aus dem Bilderbuch und hat eine wahnsinns Ausstrahlung. Ich erzaehl ihm enttaeuscht, dass ich den Berg noch nicht mal sehen konnte und daraufhin beginnt er mit seiner rauchigen Stimme davon zu berichten: er sagt, Mount Taranaki ist ein "Killer". Ueber 60 Menschen hat er schon auf dem Gewissen. Geht man naemlich bei 25 Grad und Sonne den Berg rauf, kann das Wetter innerhalb weniger Minuten komplett umschlagen. Kalter Nebel kommt ueber den Berg, Wolken, vielleicht auch Schnee - auch im Sommer. Und schwups sind leichtsinnige Wanderer schockgefrostet und enden einige 1000 Jahre spaeter als Oetzi.
Ok, um das alles zu erfahren, braucht es nicht unbedingt einen Maori. Trotzdem haette ich ihm gerne noch laenger zugehoert, habe aber leider keine Zeit. Ich kauf mir noch schnell zwei Postkarten - eine mit Mount Taranaki und eine mit einem Maori -, laufe zum Bus und denke: doch nicht umsonst so frueh aufgestanden.
Und inzwischen scheint auch die Sonne wieder :-)
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